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Blumenwiese - Blütenpracht statt Monotonie

Blumenwiese1Naturnahe Blumenwiesen sind artenreiche Pflanzengemeinschaften, die einer noch wesentlich größeren Anzahl an Tieren Lebensraum bieten. Im Vergleich zu herkömmlichen Zierrasen ist die Wiesenpflege wenig aufwändig. Es sind weder Düngung noch Spritzmittel nötig, pro Jahr reichen ein bis drei Schnitte. Allerdings können Blumenwiesen nicht ständig betreten werden und sind daher nicht als Spiel- und Sportflächen geeignet. Es gilt einiges zu beachten, damit Blumenwiesen auch langfristig Blumenwiesen bleiben.

Standort: Geeignet sind wenig trittbelastete, möglichst sonnige Standorte. Dies können Privatgärten, Flächen in öffentlichen Parks, Wiesen in Betriebsgeländen oder auch Verkehrsrandflächen sein.

Boden: Wichtig sind nährstoffarme und im Idealfall gut wasserdurchlässige Böden. Bei hohem Nährstoffgehalt ist der Abtrag der obersten Bodenschicht oder das Untermischen von Sand bzw feinem Kies zur Ausmagerung zu überlegen. Bei Neuanlage sollte auf die Anreicherung mit nährstoffreichem Substrat verzichtet werden. Je magerer der Boden, desto einfacher lässt sich eine Blumenwiese erhalten. Denn auf nährstoffreichen Standorten dominieren nach wenigen Jahren meist einige wenige Wiesengräser.

Vorbereitung: Für eine erfolgreiche Ansaat ist offener Boden wichtig. Es ist meist zwecklos, Blumen in dichte, bestehende Rasen zu säen. Sollen herkömmliche Zierrasen zu Blumenwiesen entwickelt werden, hilft daher oft nur eine radikale Methode: Die Fläche wird umgegraben oder durch maschinelles Fräsen und Eggen aufgebrochen. Verdichtete Böden sollten tiefgründig gelockert werden. Eine Ansaat mit Blumenwiesensaatgut sollte möglichst im Frühjahr erfolgen, etwa zwischen April und Juni, da sich bei späterer Ansaat vor allem rasch wachsende Gräser auf Kosten der Blumen etablieren.

Saatgut: Das Saatgut entscheidet über Erfolg oder Misserfolg. Hochwertiges Saatgut besteht aus standortgerechten und heimischen Wiesenarten. Handelsübliche Billigmischungen enthalten meist einen hohen Anteil an einjährigen Ackerwildkräutern wie Mohn oder Kornblumen. Diese blühen zwar im ersten Jahr, sind dann aber meist schon im zweiten Jahr wieder verschwunden. Zurück bleiben blütenarme Bestände.

Blumenwiese2Es macht großen Spaß, das Saatgut für kleine Flächen selbst zu sammeln. Viele Blumen wachsen an Wegrändern oder Dammböschungen, wo sie – ohne gegen geltende Naturschutzbestimmungen zu verstoßen – leicht geerntet werden können. Positive Nebeneffekte sind, dass garantiert regionaltypische Pflanzen gesammelt werden und die Beteiligten die Arten auch noch kennenlernen.

Wiesenpflanzen sind Lichtkeimer. Deshalb sollte das Saatgut nicht in die Erde eingearbeitet, sondern mit einer Rasenwalze oder mit Brettern gut angedrückt werden. Meist sind nur wenige Gramm Samen pro m² erforderlich. Für eine gleichmäßige Aussaat dieser geringen Mengen wird das Saatgut am besten mit reichlich trockenem Sand vermischt. Bei der Aussaat muss der Boden feucht sein, auch in den ersten Wochen nach der Ansaat darf die Fläche nicht austrocknen.

Wiesenpflege

Entwicklungspflege: In den meisten Fällen treten in der neu angesäten Fläche viele unerwünschte Arten auf, die noch als Samen oder Pflanzenteile im Boden vorhanden waren. Daher ist nach acht bis zehn Wochen ein erster Pflegeschnitt erforderlich. Dies unterstützt die langsamer wachsenden Arten der Blumenwiesen. Es ist dann zu beobachten, ob weitere Pflegeschnitte erforderlich werden. Besonders hartnäckige Arten wie Stumpfblättriger Ampfer sollten möglichst frühzeitig ausgestochen und mit den Wurzeln entfernt werden.

Blumenwiese3Reguläre Pflege: Bodenbeschaffenheit und die Wüchsigkeit der Wiese bestimmen die Schnitthäufigkeit. Es kann nicht nur zu häufig, sondern auch zu selten gemäht werden! Am besten dann mähen, wenn der Großteil der Pflanzen Samen gebildet hat. Das anfallende Schnittgut wird zwei bis drei Tage auf der Fläche getrocknet, damit die Samen herausfallen können. Danach sollte es aber entfernt werden. Es kann als Tierfutter verwendet oder kompostieret werden. Mit Rücksicht auf die tierischen Wiesenbewohner sollten Rückzugsmöglichkeiten erhalten werden, indem nicht die ganze Wiese auf einmal gemäht wird. Möglich ist auch, zwei- bis dreimähdige Bereiche mit einmähdigen Bereichen abzuwechseln. Werden Randflächen nur alle zwei Jahre gemäht, entstehen wertvolle Saumbereiche mit Hochstauden.

Blumenwiese4Mähtechnik: Die Mahd mit der Sense schont die Tierwelt, zudem können nicht verblühte Wiesenblumen gezielt stehen gelassen werden. Bei größeren Wiesenflächen ist der Einsatz eines Balkenmähers aus ökologischer Sicht die beste Alternative. Die Schnitthöhe sollte möglichst nicht unter 8 bis 10 cm liegen.
Zeit lassen: Die Entwicklung einer echten Blumenwiese braucht Zeit. Bis sich eine stabile Pflanzengemeinschaft eingestellt hat, dauert es mehrere Jahre. Der Erfolg ist frühestens im zweiten oder dritten Jahr zu erkennen. Leider fehlt vielen Gartenbesitzern und auch den für die öffentlichen Grünflächen Verantwortlichen hierfür die Geduld. Hier ist daher Informationsarbeit wichtig.

Vielfalt in Rasenflächen? Auch Rasenflächen werden bunter, wenn sie im Sommer nur alle zwei bis drei Wochen gemäht werden und auf Düngung und Herbizide verzichtet wird. So können sich Kräuter wie Gänseblümchen, Ehrenpreis, Günsel und Braunelle entwickeln, die Fläche bleibt aber trotzdem begehbar und als Spielwiese nutzbar. Möglich ist auch eine Kombination aus stark trittbelasteten Rasenflächen und Blumenwiesen in den Randbereichen.

 

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